23.03.2012

Neue Arbeit


Die Verlängerung der Arbeitsjahre verändert unser Arbeitssystem auf jeden Fall!
Gibt es genügend altersgerechte Arbeitsplätze, die ein sinnvolles Weiterarbeiten möglich machen, ohne dass die Gesundheit gefährdet werden muss? Da gibt es doch noch ziemlich viel zu tun. Noch immer kennen die Menschen ab 45 Jahren die Not, in diesem Alter keine Stelle mehr zu finden. Bis es hier eine Änderung gibt, dürfte noch etwas Zeit ins Land gehen.

Einige Unternehmen sind aktiv daran Anreize in der Stellenbesetzung zu schaffen. Bei immer noch vielen Arbeitgebern muss jedoch zuerst in der mentalen Einstellung etwas geschehen, bevor Bewegung in die Sache kommt. Kommt die Revision mit dem höheren Rentenalter zu schnell, kann es auch passieren, dass die Arbeitslosigkeit schnell steigen wird. Die „teuren arbeitspflichtigen Alten“ werden schnell in die Sozialkassen abgeschoben.

Integration und Elite
Wie gross ist die Integrationsmöglichkeit von älteren Menschen in die Arbeit wirklich? Im Moment bewegt sich die Nachfrage der Altersarbeit vorwiegend im Kader- und Fachpersonen- Bereich. Doch auch hier stellt sich die berechtigte Frage: Wie gestaltet sich ein solcher Arbeitsplatz? Am liebsten sähe man diese Gruppe als Selbstunternehmer. Doch wie sollen die vielen Selbstunternehmer in der Wirtschaft bestehen?

Heute stehen wir am Anfang einer Konkurrenz-Schlacht zwischen günstigen Senior-Spezialisten und der erfahrenen Generation 45plus, die nicht günstiger sein kann, weil ihr die Rente noch fehlt. Zwei unterschiedliche Generationen als  „Stände“, die sich das gleiche Arbeitsgebiet unter unterschiedlichen Voraussetzungen teilen müssen.

Unsere einfachen Jobs, die sind nicht mehr!

Abnehmende Leistungsfähigkeiten führen zu Tätigkeiten mit weniger hohem Anspruch an Leistung und Finanzen. Das Ende bleibt für alle: Hilfstätigkeit in irgendeiner Branche. An den weniger qualifizierten Stellen, so wie wir sie heute kennen, tummeln sich noch andere Menschen, Ungelernte, Behinderte, feriendienstleistende Kinder. Gerade die Hilfs-Arbeitsfelder werden laufend abgeschafft, ausgelagert, roboterisiert. Werden zukünftig die älteren Menschen, die noch arbeiten sollten, auch in diese, von Menschen übervolle Nische gepresst?


Ein Weg zur Entwicklung trotz Leistungsabnahme?
Die Bestrebungen Wege zu finden, um leistungsangepasste Arbeitsstellen zu schaffen, können nur gelingen, wenn eine persönliche Entwicklung im Job trotzdem noch möglich ist. Kommt sie für den Betroffenen defizitorientiert daher, dürfte es bald sehr viele Alters-Burn-Out-Effekte geben. Oder: Die Vergreisung wächst wieder. Die jungerhaltenden Effekte, wie die Selbstentwicklung, Selbstverwirklichung, freie Wahl gibt es in einer defizitären Orientierung nicht mehr. Die Perspektiven eines freien Alters sind weit weg. Es bleibt das Arbeitstier, das unfreiwillig muss.

Und ewig klingen die Kassen
Wie genau, lässt sich eine Erhöhung der Arbeitsjahre, so wie es heute immer mehr gefordert wird, rechtfertigen? Erarbeiten diese zukünftigen Alten in Hilfsjobs wirklich genügend Einkommen, um Alterskassengelder so erzeugen, dass die Institutionen finanziell „gerettet“ sind? Wie lange schweigen die Sozialämter?
Die Umsetzung findet nicht sofort statt, das wissen wir. Damit hat sich die Generation 40Plus herum zu schlagen und nicht die heutigen Jungpensionäre.
Umso mehr wäre die Stimme der wirklich zukünftig betroffenen Generationen eigentlich wichtig. Was will die Generation 40plus für ihr Altersleben heute planen?

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