27.04.2012

Verdrängen nützt nichts!
Es ist heute so Brauch, dass Krankheit als ein Zustand angesehen wird, der viele Kosten verursacht. So werden kranke und behinderte Menschen immer wieder als Belastung der Gesellschaft dargestellt. Da nun aber Krankheit zum Leben gehört und niemand von sich behaupten kann, in Zukunft nie krank zu werden, ist diese einseitige Sichtweise nicht real und schon gar nicht sinnvoll. Es ist doch schon bereits eine kranke Denkart, Behinderte und Kranke auszuschliessen und ihnen noch die Gesellschaftskosten anzudichten.

Gerade in der Mitte des Lebens werden die Menschen mit so ziemlich allen Arten von Einschränkungen des Körpers konfrontiert, sei es bei sich selber oder im näheren Umfeld. Gerade hier erkennt man den geringen Erfolg jener, die glauben mit Verdrängung noch lange nicht "zum alten Eisen" zu gehören. So wird unbesehen fit getrimmt und im Krankheitszustand, dank Medikamentencocktail weitergearbeitet. Schwäche darf nicht sein!

Einseitige Leistungsvorstellung
Wer wann wieviel leistet, können wir in Statistiken lesen. Wir können den eigenen Massstab zur Interpretation und unsere persönlichen Einstellungen als einzig richtig betrachten. Medien und  unsere tägliche Erfahrung, die wir in der Gesellschaft machen, stärken diese gängige Leistungsvorstellung noch. Der Begriff der Leistung ist sehr eng definiert und beinah ausschliesslich auf die entlöhnte Arbeit ausgerichtet. Alle anderen Lebenshandlungen sind da ausgegrenzt. Schade eigentlich, da viele Formen von Arbeit und eine neue Definition von Arbeit die Gesellschaft weiter bringen könnte.

Schwerstarbeiter
Krankheit erfordert Schwerstarbeit für den Betroffenen. Jeder, der ernsthaft krank war, weiss aus eigener Erfahrung wie gross die Herausforderung des Überlebens und Gesundens sein kann. Der ganze Mensch ist gefordert: die Psyche, der Kampfgeist, der Glaube, die Geduld das Aushalten. Dazu kommt noch das Umfeld: Familie, Finanzen, Arbeitslosigkeit, Leistungsminderung, Verkehr: Eine unendliche Vielfalt von Hindernissen.
Es gibt wohl kaum eine Kaderfunktion, die den Menschen dermassen herausfordert, wie der Prozess der Heilung aus einer Krankheit.. Daher wäre es nur recht und billig, Betroffenen mit mehr Achtung und Anerkennung zu begegnen und sie in ihrer Leistung zu stützen.


 Ist es nicht eine zugeschnittene Aufgabe der Generationen 40plus, gerade hier neue Einstellungen zu entwickeln und diese umzusetzen?

In allen Institutionen, die für Kranke und Behinderte zuständig sind gibt es Menschen, die mitten im Leben stehen. 
Wo bleibt der bildende Generationengedanke? Scheuklappen liegen nicht mehr drin!

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