11.07.2012

Mitteleben Takt und Sport

Lebensrhythmus
Was ist nur passiert?
Den Zeitrhythmus, den wir heute leben, wurde von uns damals noch jungen Generation der neunziger Jahre selber mitgeprägt. Wir haben das Tempo beschleunigen müssen. Wir sind Viele und Jeder will der Erste sein. Wir heute Vierziger, gehören zu den letzten grossen Jahrgängen des letzten Jahrhunderts.  Wir waren als junge Menschen überall in der Mehrzahl. Wir kämpften um den Platz an der Sonne.

Es ist unser Markenzeichen, es ist unser Rennen!
Wir sind die Masse in der Arbeitswelt: einsteigend, aufstrebend, platzverdrängend, vorwärtsstrebend, ausprobierend. Und weil wir als Masse so jung waren, beschleunigte sich die Welt. Es war möglich, alles schneller zu machen. Technik und Internet liess es zu, Neues zu entdecken und Systeme umzusetzen. Niemand war in der nahen Vergangenheit bereit, das Tempo anders zu steuern oder in einem gesunden Mass zu bremsen. Warum auch? Jung, jung, jung! Junge Menschen waren in Massen da und die älteren haben davon profitiert, wollten selber jung sein. Doch jetzt sind wir selber vierzig und immer noch in Massen da. Wir ziehen Bilanz. Heute, Jetzt!
Inzwischen haben wir auch Kinder, die profitieren wollen. Und wir rennen weiter.....Da sind auch die sehr Alten... und wir rennen weiter. Nicht umschauen - Nicht anhalten - Nicht denken!
Also stehen wir neuen Vierziger immer noch für Lebenszeit des Zeichens von Sturm und Drang. Arbeitsplätze entstehen und verschwinden. Unternehmen entstehen und verschwinden, Zertifikate und Diplome entstehen und verschwinden. Internetprogramm entstehen und verschwinden.   Das Lebenszeit-Rennen trägt den Stempel einer vergangenen Jugend. Wir haben dieses Tempo einverleibt und es für normal erklärt. Technische Entwicklungen beleben das Tempo. Geld und Geist sind in dieses Rennen Partner. Auch wenn viele Neuheiten keine lange Lebensdauer haben oder sich als Fehlentwicklungen ausweisen, dem Rennen sind alle unterworfen. Das Alltagsrennen ist schon längst ins Blut gestiegen und wir kennen schon nichts mehr anders. Wir haben kaum die Zeit, die Umwelt zu schonen noch neue elektronische Systeme richtig einzuführen. Es fehlt die Zeit unsere Geldströme zu regulieren oder uns gesund zu ernähren. 

Doch nun, was geschieht? Nichts! Die vierzigste Jahresgrenze ist überschritten und wir rennen immer noch. Wie lange halten wir das durch?  Zehn Jahre sicher noch, kein Problem oder? Burnout wird zur Zivilisationskrankheit der nächsten Jahre, weil wir uns schlicht nicht vorstellen wollen, dass das Leben auch langsamer ticken kann. Wir haben keine positiv besetzten Bilder der Langsamkeit mehr in unseren Köpfen.

Wie kann die Bremse angezogen werden oder muss sie überhaupt angezogen werden? Welche Möglichkeiten gäbe es sonst noch?

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