23.12.2012

Orchester des Lebens

Können wir den Lebenstakt bestimmen? 
oder schon fast eine Allegorie im Zeichen des Takts für das Leben nach vierzig.

Konzerte überall in der Weihnachtszeit. Statt zuzuhören, sinniere ich. Wir lassen uns von den wunderbaren Melodien und Rhythmen tragen. Der Takt gibt das Tempo vor. Es jagen die Melodien über die Achtelnoten! Der Taktstock fliegt! Gewaltiges Ineinanderdrängen der Töne! Volle Spannung! Volle Konzentration! Jetzt!



Orchester des Lebens
In jungen Jahren steigen wir mit Geigen und Flöten mühelos und rasch in die höchsten Sphären der Musik und sinken ab in die aufrührenden Tiefen, immer bewegt; häufig fugenhaft.

In der Mitte des Lebens rennen wir allzu oft immer noch den jungen Melodien und den schnellen Rhythmen hinterher. Wir vollführen engagiert unser Kapriolen und dann, wenn wir es nicht rechtzeitig bemerken, fallen wir immer mehr aus dem Takt. Wir haben es nicht bemerkt und sind einfach langsamer geworden. Plötzlich klingt ein Ton schräg. Schon folgen die ersten kritischen Interventionen aus der Dirigentenecke.
Wir wechseln die Instrumente und finden uns in begleitender Form und in neuen, noch ungewohnten Rhythmen wieder.
Sofern wir das neue Instrument lieben, das uns einen ruhigeren Rhythmus verspricht, erkennen wir gerührt, dass mit begleitenden Takten und langen Noten, die wilden Melodienfolgen der Geigen- und Flötenspieler  mitgetragen werden können. Wir sind wichtig! Es ist wieder alles gut. Nicht?


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